Passivhaus – für technisch Interessierte
Energieverbrauch eines Passivhauses
Der maximale Heizenergieverbrauch eines Passivhauses beträgt maximal 15kWh/m2a. Neben der Heizenergie kann der gesamte notwendige Energiebedarf durch den Einsatz effizienter Technologien sehr gering gehalten werden. Als Richtwert wird für Heizung, Warmwasseraufbereitung und sämtliche Haushaltsgeräte ein Endenergiebedarf von maximal 42 kWh/(m2a) bzw. ein Primärenergiebedarf von maximal 120 kWh/(m2a) angestrebt.
Luftdichtigkeit
Die Luftwechselrate n50 (bei einem Druckunterschied von 50 Pascal zwischen Innenraum und Außenraum) muss für ein Passivhaus < 0,6/h sein. Eine gute Luftdichtigkeit ist bei 0,3–0,4/h erreicht. Diese sollte angestrebt werden, um dauerhaft und sicher den Grenzwert von 0,6/h zu unterschreiten.
Wärmeschutz
Der Wärmeschutz eines Passivhauses sollte folgende U-Werte erreichen:
Opake Bauteile: < 0,15 W/(m2K), anzustreben ist ein Wert von 0,1 W/(m2K)
Fenster und Türen: < 0,8 W/(m2K) für den gesamten Bauteil samt Rahmen und Stock, mit einem maximierten g-Wert für einen möglichst hohen solaren Wärmegewinn.
Die U-Werte müssen auf das energetische Konzept abgestimmt werden. So muss ein Baukörper mit einem ungünstigen A/V-Verhältnis besser gedämmt sein als ein sehr kompaktes Gebäude um die gleiche Energieeinsparung zu erzielen. Wenn das energetische Konzept einigen Spielraum zulässt, sind die Ausrichtung des Gebäudes und das Oberflächen/Volumenverhältnis nicht zwingend zu optimieren. So kann ein Passivhaus durchaus funktionieren, wenn z.B. die Südausrichtung nicht exakt eingehalten wird. Um gute Wärmedämmkennwerte zu ermöglichen, sind Dämmstärken bis zu 40 cm und damit große Bauteilstärken nötig.
Ein sehr guter Wärmeschutz, eine hocheffiziente, kontrollierte Wohnraumlüftung und die Luftdichtigkeit sind für das Passivhaus Grundvoraussetzungen!
Geeignete Bauweisen für das Passivhaus
Prinzipiell lässt sich eine passivhaustaugliche Hülle sowohl in
Holzbauweise, als auch in mineralischer Bauweise (Ziegel, Beton u.ä.)
errichten. Zudem kann zwischen Massivbau und Leichtbau unterschieden
werden.
Im Gegensatz zum Rahmen- und Skelettholzbau, wo die Funktionen Dämmen
und Tragen in einer Ebene erfüllt werden können, sind diese Ebenen beim
Massivholzbau getrennt. Dadurch ist eine weitgehend wärmebrückenfreie
Konstruktion möglich. Der Nachteil sind größere Bauteilstärken, was bei
gleichbleibender Nettowohnfläche zu einer Vergrößerung der Bruttofläche
führt. Die Wandstärke beim Massivholzbau ist jedoch im Vergleich zum
mineralischen Massivbau noch immer deutlich geringer. Wenn die
Massivholzkonstruktion in Sichtqualität ausgeführt wird, steht sie als
raumseitige Speichermasse zur Verfügung. Zudem dient sie bei nicht
versiegelter Oberfläche als guter Feuchtespeicher, der Schwankungen der
Luftfeuchtigkeit aufnehmen kann. Bei einer mineralischen Massivbauweise
können die Wände und Decken ebenfalls als Speichermasse verwendet
werden.
