Passivhaus

Mitglied der IG Passivhaus OstMitglied der IG Passivhaus Ost Das Passivhaus ist eine konsequente Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses. Es zeichnet sich durch eine ausgezeichnete Wohnqualität und einen sehr geringen Energieverbrauch von nur 15 kWh/(m2a) als maximalen Jahresheizwärmebedarf aus. Diesen niedrigen Energieverbrauch erreicht man durch eine sehr gut gedämmte Gebäudehülle und eine optimale passive Ausnutzung der Sonnenenergie.

Mitglied des Holzcluster NiederösterreichMitglied des Holzcluster NiederösterreichDer Begriff „Passivhaus“ bezeichnet somit keine architektonische Formensprache sondern gibt über den Energieverbrauch und den Wohnkomfort eines Gebäudes Auskunft.

Die wichtigsten Kriterien zur Erfüllung des Passivhausstandards:

  • Entscheidung auf Grund der Situierung des Gebäudes am Grundstück und der Beschattung durch umgebende Bebauung und Vegetation, ob ein verlustminimierter oder gewinnorientierter Passivhaustyp angestrebt wird
  • ein sehr guter, ununterbrochener Wärmeschutz der Gebäudehülle
  • der Einsatz einer Dreifachwärmeschutzverglasung für Fenster und Türen, UF gesamt: < 0,8W/m2K
  • Luftdichtigkeit der Außenhülle
  • ein geringes Oberflächen/Volumen-Verhältnis des Baukörpers (kompakter Baukörper bei größtmöglichen Südflächen)
  • eine gute Integration einer hocheffizienten, bedarfsgerechten, kontrollierten Wohnraumlüftung
  • eine gute Ausnutzung passiver, solarer Gewinne (Gebäudeorientierung, Lage und Größen der Fensterflächen)

 

Beheizung eines Passivhauses

Das Passivhaus kommt ohne herkömmliche Heizung aus, da der solare Wärmeeintrag optimiert wird und eine hochgedämmte Gebäudehülle die Wärmeverluste gering hält. Stattdessen wird eine kontrollierte Wohnraumlüftung eingesetzt, welche neben der benötigten Lufterwärmung auch eine kontinuierliche Frischluftzufuhr garantiert.

Kontrollierte Wohnraumlüftung

Die Lüftungsanlage, welche über einen Erdwärmetauscher vorgewärmte Frischluft in das Gebäude bringt, sorgt für Behaglichkeit. Die an sehr kalten Tagen zusätzlich benötige Restheizleistung für die Erwärmung der Frischluft auf Raumtemperatur beträgt maximal 10 W/m2 und kann z.B. mit Solarkollektoren oder einem elektrischen Nachheizregister erfolgen. Die Abluft wird kontinuierlich über einen Luft/Luft-Wärmetauscher aus dem Gebäude abgesaugt.

Wohnkomfort im Passivhaus

Im Passivhaus findet durch die kontrollierte Wohnraumlüftung ein ständiger Luftaustausch statt.
Der CO2-Gehalt in der Raumluft wird dadurch gering gehalten, dies wirkt sich positiv auf den Schlaf aus. Die Frischluft ist zudem reiner als die Außenluft, da sie gefiltert wird bevor sie ins Haus gelangt. Für Allergiker können Pollenfilter eingebaut werden. Trotz Wohnraumlüftung können die Fenster natürlich auch im Winter geöffnet werden. Dies ist aber nicht mehr notwendig.
Im Sommer kann die kontrollierte Wohnraumlüftung mit minimalem Energieaufwand als Raumkühlung verwendet werden.
In Folge der hochgedämmten Gebäudehülle beträgt die Oberflächentemperatur der Außenwände im Inneren des Gebäudes nur 1–2 °C weniger als die Raumtemperatur. Maximale physische und psychische Nutzbarkeit des gebauten Raumvolumens sind die positiven Folgen: „Du lanst di an di Wånd und es is da woam!“